
Präsentismus beschreibt das Phänomen, dass Mitarbeitende zur Arbeit erscheinen, obwohl sie aus gesundheitlichen Gründen (körperlich oder psychisch) eigentlich nicht arbeitsfähig sind. Sie sind anwesend, aber nicht leistungsfähig.
Was bedeutet Präsentismus und warum ist es wichtig?
Die Gründe für Präsentismus sind vielfältig: Angst vor Jobverlust, ein hohes Pflichtgefühl oder die Sorge, Kolleg:innen im Stich zu lassen. Das Thema ist wichtig und gefährlich, weil es oft unsichtbar bleibt, aber enorme negative Folgen hat: Die Produktivität sinkt, die Fehlerquote steigt, die Genesung verzögert sich und es besteht ein hohes Risiko für die Verschleppung von Krankheiten und die Ansteckung von Kolleg:innen.
Chancen und Herausforderungen
Die Chance (durch Vermeidung) liegt in der Schaffung einer Kultur, in der Gesundheit oberste Priorität hat. Die Herausforderung ist, Präsentismus überhaupt zu erkennen und eine Vertrauenskultur zu etablieren, in der sich Mitarbeitende trauen, sich krankzumelden, ohne negative Konsequenzen zu fürchten.
Einordnung im Unternehmenskontext
Präsentismus ist ein Alarmsignal für eine ungesunde Unternehmenskultur und oft eine Vorstufe zu Burnout. Er ist ein zentrales Thema im Betrieblichen Gesundheitsmanagement und eine Aufgabe für eine gesunde Führung.
Fazit
Präsentismus ist ein trügerisches Phänomen, das für Unternehmen auf lange Sicht teurer ist als krankheitsbedingte Abwesenheit. Die beste Prävention ist eine Kultur des Vertrauens und der Fürsorge.
FAQ
Ist Präsentismus schlimmer als Absentismus?
Studien deuten darauf hin, dass die volkswirtschaftlichen Kosten durch Produktivitätsverluste bei Präsentismus die Kosten durch Absentismus (krankheitsbedingte Abwesenheit) übersteigen.
Wie können Führungskräfte Präsentismus reduzieren?
Indem sie selbst ein gutes Vorbild sind und nicht krank zur Arbeit kommen. Sie sollten aktiv kommunizieren, dass Gesundheit Vorrang hat, und Mitarbeitende, die offensichtlich krank sind, aktiv nach Hause schicken und ihre Genesung unterstützen.
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