Vereinbarkeit von Beruf und Pflege stärken und wettbewerbsfähig bleiben

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Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland hat bereits Erfahrungen mit Mitarbeitenden gemacht, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, so BMFSFJ. Was noch zu beachten ist – es handelt sich dabei immer noch um ein Tabuthema in der Arbeitswelt. Denn die ungeschriebene Regel lautet Folgendes:

Die Betreuung von pflegebedürftigen Familienmitgliedern und die erfolgreiche Karriere schließen sich gegenseitig aus.

Gehen wir davon aus, dass viele Mitarbeitende ihre Pflegeverantwortung am Arbeitsplatz deshalb verschweigen, wissen viele Unternehmen gar nicht, dass sie vor einer ernsten Herausforderung stehen:

Wer seinen Führungs- und Fachkräften keine Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und (Alten-)Pflege bietet, setzt sich dem Risiko aus, sie in naher Zukunft zu verlieren.

Pflegesensible Arbeitsbedingungen als Wettbewerbsfaktor

Über eine Stunde für die Pflege Angehöriger wenden mehr als die Hälfte der Pflegeleistenden in der Altersgruppe ab 45 täglich auf, so der Report des ZQP. Um die Doppelbelastung durch Erwerbstätigkeit und Pflege zu reduzieren, verringern Pflegepersonen entweder ihre Arbeitszeit oder sie steigen aus dem Berufsleben komplett aus.

Außerdem zeigen die Ergebnisse der Studie vom DZA eine deutliche Verschlechterung der psychosozialen Gesundheit von pflegenden Mitarbeitenden: Der Anteil der Unterstützungs- und Pflegeleistenden mit depressiven Symptomen hat zwischen 2017 und 2020 um 9 Prozent zugenommen.

Immer mehr Pflegepersonen fühlen sich zudem einsam. Am Arbeitsplatz vermeiden sie es, die Betreuung von Angehörigen anzusprechen, weil sie Karrierenachteile befürchten.

Für Unternehmen bedeuten Vereinbarkeitskonflikte ein wirtschaftliches Risiko. Dabei sind Arbeitsausfälle, vermehrte Krankheitstage und geringere Produktivität nur ein Teil der Folgen, die die Überlastung der Mitarbeitenden durch Beruf und Pflege mit sich bringt.

Unternehmen, die Unterstützungsmaßnahmen für ihre Angestellten mit Pflegeverantwortung bereitstellen, erfreuen sich dagegen ihrer höheren Arbeitsmotivation sowie engeren Verbundenheit zum Unternehmen, kürzerer Fehlzeiten, geringerer Fluktuation und somit auch niedrigerer Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten, so BMFSFJ.

Zusätzlich profitieren pflegende Mitarbeitende, denen Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen, von den positiven Erfahrungen im Erwerbsleben. Die persönliche Anerkennung im Beruf und die Arbeitszufriedenheit sind ein Ausgleich zu der häufig schwierigen Pflegesituation zu Hause. Auch trägt das soziale Umfeld am Arbeitsplatz, in dem sich Mitarbeitende einbezogen und verstanden fühlen, zu ihrer mentalen Gesundheit bei.

Trotz der hohen Relevanz des Themas sind sich viele Arbeitgebende der Schäden nicht bewusst, die die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sowohl dem Unternehmen als auch den Mitarbeitenden zufügt.

Deshalb ist es auch nicht überraschend, dass nur 20 Prozent der deutschen Unternehmen betriebsinterne Angebote für pflegende Angehörige bieten, so der Report vom ZQP.

Und es ist höchste Zeit, diese Statistik zu ändern!

Wie unterstützen Sie Ihre Angestellten mit Pflegeverantwortung?

Um pflegesensible Arbeitsbedingungen zu schaffen, brauchen Sie keine komplette Umstrukturierung Ihres Unternehmens zu vollziehen. Schon mit kleinen Schritten in Richtung Vereinbarkeit machen Sie einen großen Unterschied für Ihre Angestellten.

Flexible Arbeitszeitmodelle einführen

Im Gegensatz zu beruflichen Verpflichtungen lassen sich Pflegeaufgaben häufig schwer im Voraus planen. Deshalb entlastet die zeitliche und örtliche Flexibilität Ihre pflegeleistenden Mitarbeitenden enorm. Alternative Modelle wie die Arbeit im Home-Office, Arbeitszeitkonten, Gleit- und Teilzeitmodelle, oder auch Jobsharing (die Aufteilung eines Arbeitsplatzes unter mehreren Personen), helfen den betroffenen Beschäftigten dabei, den Anforderungen der Pflege gerecht zu werden und sie in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Andere Formen der Flexibilität wie die Dispositionszeiten während der Arbeit erlauben pflegenden Mitarbeitenden in einem Notfall den Arbeitsplatz für einige Stunden zu verlassen oder für einige Tage abwesend zu sein.

Offene und vertrauensvolle Kommunikation im Unternehmen fördern

Die persönliche Arbeitszeitgestaltung muss in der Praxis jedoch auch mit der von Kolleg:innen und Vorgesetzten koordiniert werden. In bestimmten Fällen ist auch die gemeinsame Erstellung eines Vertretungsplans notwendig.

Damit sich betroffene Beschäftigte frei fühlen, ihre Bedürfnisse in Bezug auf ihre Pflegeverantwortung am Arbeitsplatz zu äußern, ist es von erheblicher Bedeutung, Sensibilität für das Thema (Alten-)Pflege zu schaffen.

Die offene Kommunikation im Unternehmen über mögliche Lösungen der Vereinbarkeitskonflikte trägt dazu bei, das Problemfeld zu enttabuisieren. Involvieren Sie die ganze Belegschaft in die Lösungsfindung – so lassen sich nicht nur Strategien mit praktischem Wert herausarbeiten, sondern auch ein vertrauensvolles Arbeitsklima schaffen.

Zudem spielen persönliche Ansprachen eine wichtige Rolle. Die Auseinandersetzung der Vorgesetzten oder der Personalabteilung mit jedem einzelnen Fall lässt die Entwicklung einer effektiven Lösung zu, die auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden zugeschnitten ist.

Informations- und Beratungsangebote bieten

Zu Beginn der Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen brauchen Mitarbeitende vor allem Informationen rund um rechtliche, organisatorische und finanzielle Fragen, um sich in der neuen Situation zurechtzufinden: Wie lässt sich ein Pflegeantrag stellen und welche Leistungen übernimmt die Pflegeversicherung? Wie finde ich eine Haushaltshilfe? Auf welche Weise kann ich der zu pflegenden Person bei der Gestaltung eines weiterhin möglichst selbstbestimmten Alltags helfen?

Bei solchen Fragen können Sie Ihre Beschäftigten ohne großen Aufwand unterstützen.
Die Bereitstellung von Informationsmaterialien, Kursen und Webinaren sowie von offline und online Beratungsmöglichkeiten hilft den Pflegenden, sich einen Überblick über das Thema Pflege zu verschaffen, um auf mögliche Herausforderungen von Anfang an vorbereitet zu sein.

Die Pflegebedürftigkeit von engsten Familienangehörigen ist jedoch nicht nur mit organisatorischen Hindernissen, sondern auch mit emotionaler Belastung verbunden. Mit Informations- und Beratungsangeboten ermöglichen Sie den Betroffenen, die Situation zu rationalisieren und die Betreuung zweckmäßig zu planen.

Auf der voiio-Plattform finden Ihre pflegenden Mitarbeitenden Kurse und Vorträge zu Themen wie “Grundlagen der häuslichen Pflege” oder “Pflege- und Betreuungsformen von Senioren”. In vielfältigen Workshops tauschen sich die Betroffenen miteinander aus, bekommen Antworten auf wichtige Fragen und erhalten Ansätze, wie sie Beruf und Pflege unter einen Hut bringen.

Selbst den pflegebedürftigen Angehörigen stehen vielfältige Angebote zur Verfügung: von informativen Vorträgen rund um Integration in den Alltag bis hin zu spannenden Freizeitaktivitäten.

Mit unserer professionellen Beratung bekommen Ihre Angestellten auch individuelle Unterstützung.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann lassen Sie sich innerhalb von wenigen Minuten unverbindlich beraten und erfahren Sie mehr über unsere Angebote.

Ihre Stela von voiio

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