New Work als Chance, den Fachkräftemangel zu besiegen

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Work-Life-Balance oder Home-Office sind spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 in aller Munde. Der eine arbeitet vielleicht selbst von zu Hause aus, während die andere weiterhin jeden Tag zur Arbeit pendelt. Ansätze wie New Work setzen sich durch und Generationen gestalten das Arbeiten von Morgen mit. Allerdings kommen diese neuen Arbeitsmethoden nicht in jedem Berufsfeld an und in vielen herrschen weiterhin schwere Defizite.

Wir haben uns für zwei Branchen angeschaut, inwiefern New Work umsetzbar ist und welche Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse entstehen.

Deutschland und der Pflegenotstand

Schlechte Bezahlung, Zeitdruck, Überstunden, Unterbesetzung – Die Altenpflege in Deutschland ist für junge Leute wenig attraktiv und so ist es nicht verwunderlich, dass es auch im Gesundheitsmarkt einen enormen Mangel an Fachkräften gibt. Gleichzeitig ist das Gesundheitswesen eines der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland.

Schon vor Beginn der Pandemie war das pflegerische Versorgungssystem Deutschlands an der Belastungsgrenze – ohne Aussicht auf Verbesserung, dafür mit mangelnder gesellschaftlicher und finanzieller Anerkennung.

Der kurzfristige Applaus als Zeichen der Dankbarkeit während des Lockdowns ist abgeklungen.

Zurück bleibt vor allem die große Sorge um das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen. Das Pflegepersonal trägt seine Sorgen mit nach Hause, was spürbare negative Auswirkungen auf das Privat- und Familienleben hat. Allein deswegen ist eine Trendwende in der Altenpflege notwendig.

Das Aussterben von Handwerksberufen

Auch wenn die Altenpflege wenig mit dem Handwerk eines Tischlers oder einer Friseurin zu tun hat, eines haben sie gemeinsam – den Mangel an Fachkräften. Dem deutschen Handwerk fehlen rund 65.000 Fachkräfte (Stand 2021). Während der Corona-Pandemie, als tausende Menschen gleichzeitig die Idee hatten, ihre Wohnung oder Eigentum umzubauen, hatte dies zur Folge, dass die Kluft zwischen Bedarf und vorhandenen Arbeitskräften weiterwuchs.

Wer sich für einen Handwerksberuf entscheidet, der entscheidet sich oftmals auch für wenig zeitliche und räumliche Flexibilität und die gesundheitlichen Folgen der körperlichen Belastung. Handwerkliche Berufe gelten zudem als eingestaubt und haben ein Imageproblem.

Es lässt sich festhalten, dass es sich mit der Altenpflege und der Handwerkbranche um zwei Berufsfelder handelt, die durchaus mit sich überschneidenden Problematiken, wie dem Personalmangel, der Mehrarbeit oder den psychischen und körperlichen Belastungen zu kämpfen haben.

Wie trägt New Work zur Lösung bei?

New Work bezieht sich auf die Zukunft der Arbeit und steht somit für ein neues Verständnis von Arbeit in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung. Zentrale Werte des New Work Ansatzes sind Freiheit, Teilhabe an der Gesellschaft und Selbstständigkeit. Zudem umfasst dieser die Dimensionen der Führung, Sinnstiftung und Technologie.

New Work und die Pflege

Der neue Ansatz gibt Pflegeheimen die Möglichkeit, ihre alten Arbeitsweisen aufzubrechen und neu zu strukturieren, sodass der Arbeits- und Wohnalltag der Bewohner:innen und Pflegekräfte stressfreier und angenehmer wird.

Ein sehr wichtiger Punkt von New Work ist, dass sich jedes Individuum frei entfalten kann. Weitere Schlagwörter in diesem Zusammenhang sind Selbstständigkeit, Eigenverantwortung, Handlungsfreiheit und ein beständiger Lernwillen. Kurz gesagt, sollen Freiräume geschaffen werden. 

Der Alltag von Altenheimen sieht jedoch so aus, dass routiniert pflegerische Leistungen so schnell und so effizient wie nur möglich abgearbeitet werden. Aus diesem Grund wird das Potenzial der Pflegekräfte nicht voll ausgeschöpft.
Gerade ein selbstbestimmtes Arbeiten führt zu einer hohen Motivation – einer Motivation, von der nicht nur Fachkräfte profitieren, sondern auch die Heimbewohner:innen. Aufgaben werden mit Freude erledigt und neue Ideen für einen attraktiveren Pflegealltag werden eingebracht. Um das zu erreichen, müssen Heimleitungen den Mitarbeitenden gestatten, selbst Entscheidungen zu treffen. Es müssen Flexibilität und Handlungsspielräume geboten werden.

Im Zuge des New Work Ansatzes sind flache Hierarchien willkommen. Diese führen dazu, dass der Kontakt zwischen der Führung und dem Personal vereinfacht wird. Das führt dazu, dass Anliegen und Fragen schneller geklärt werden können. Vorgesetzte nehmen hierbei eine „in die richtige Richtung leitende“ Funktion ein, wobei Mitarbeitende sich in Teams selbst organisieren. Ein Schlagwort dazu ist Empowerment. Zusätzlich sollen regelmäßige Feedbackgespräche geboten werden. Auch Weiterbildungen und faire Vergütung spielen eine wichtige Rolle. Sie spiegeln nicht nur die Wertschätzung der Einrichtungen ihrer Mitarbeitenden gegenüber, sondern machen das Berufsfeld Pflege für potenzielle Bewerber:innen attraktiver.

Digitale Lösungen helfen, die Arbeit zu erleichtern und das immense Zeitproblem der Pflege besser aufzuteilen.

New Work und das Handwerk

Der New Work Ansatz im Handwerk bringt ebenfalls neue Perspektiven für das breite Berufsfeld mit sich.

Natürlich ist es hier schwerer, Home-Office oder Remote Angebote einzuführen. Dafür können jedoch flexible Arbeitszeiten und Wunschdienstpläne ermöglicht werden, die nicht nur Mitarbeitende glücklicher machen, sondern auch die Attraktivität von Handwerksberufen steigern. Das Plus an Agilität macht Handwerksbetriebe zusätzlich reaktionsfähiger.

Auch hier kann Verantwortung an Mitarbeitende abgegeben werden, sodass diese sich nicht nur wertgeschätzt fühlen, sondern auch in ihrer Expertise gefördert werden und somit den Unternehmenswert steigern. Weiterbildungen und Schulungen, wodurch Spezialisten:innen hervorgehen können, bestärken Mitarbeitende ebenfalls.
Ein wichtiger Punkt, der in beiden Branchen nicht unbeachtet bleiben sollte, sind potenzielle Quereinsteiger:innen, die in den Berufen starten möchten. Einige von ihnen haben vielleicht schon Erfahrungen mit New Work Ansätzen gemacht und können dabei helfen, diese im Unternehmen oder in der Pflegeeinrichtung zu etablieren. Zudem ist Altersdiversität eine große Chance.

Auch in der Handwerksbranche digitale Angebote zur Verfügung gestellt werden, um den Arbeitsalltag leichter zu gestalten. So sollten digitale Lösungen geboten werden, um den Druck und das Zeitmanagement besser einzuteilen, sodass es zur Entlastung der Mitarbeitenden führt. Zusätzliche Angebote, die dem Körper und Geist guttun, steigern ebenso das Image des Handwerks.

Auch in Handwerksbetrieben sollten Mitarbeitende nicht nur nach Kapazitäten, sondern nach ihrem Potenzial eingeteilt werden. Selbstorganisiertes Arbeiten, flache Hierarchien, Vertrauen der Führungskräfte in ihre Mitarbeitenden, Empowerment und Freiräume – alles Teile von New Work, die auch im Handwerk greifen.

New Work in der Praxis

Ein wichtiger Punkt des New Work Ansatzes ist die Work-Life-Balance. Unternehmen und Betriebe sind in der Pflicht, ihre Mitarbeitenden dabei zu unterstützen, den Beruf mit dem Privat- und Familienleben zu vereinbaren. Hier kann die voiio Plattform als ganzheitliches Benefit unterstützen. Sei es zum Zeitmanagement im Berufsalltag, der Abbau von Stress und dadurch entstehende Körperbeschwerden, ein Leitfaden über Elternzeitmodelle oder eine Hilfestellung bei Diskriminierung am Arbeitsplatz. voiio unterstützt Mitarbeitende zu acht Themenschwerpunkten, sodass diese entlastet werden und ein glücklicheres Privat- und Familienleben haben, da der Beruf und das Private vereint sind.

Auch in Krisenfällen oder herausfordernden Situationen können sich Mitarbeitende an das EAP Beratungssystem der Plattform wenden. So können sich die Beschäftigten erholen und für sich selbst und den Beruf neue Kraft tanken.

Bei New Work geht es nicht vorrangig um Homeoffice, Work-Life-Balance, Kickertische oder Wohlfühlzonen – es geht vor allem darum, die jeweilige Arbeitskultur und das Miteinander an die Belange von Mitarbeitenden, Kunden und Unternehmen so anzupassen, dass in der Summe alle zufrieden sind und auch davon profitieren. Es gibt keine Musterlösung und kein „perfektes“ Beispiel. Jedes Unternehmen muss sich eine eigene New-Work-Arbeitswelt zusammenstellen. Daher bleibt es spannend, wie beide Branchen mit ihren Einrichtungen und Betrieben mit dem New Work Ansatz umgehen und welche Neuerungen und Umsetzungen in Zukunft hervortreten werden.

Ihre Marie von voiio

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