Eine Gruppe Mädchen befreundet sich
Im Girls Camp haben sich Freundinnen gefunden.
Ferienbetreuung

Was ist zu beachten um Heimweh auf Ferienfreizeiten zu vermeiden?

25. Januar 2019

Wir wissen wie schwer es fällt die eigenen Kinder loszulassen und alleine in ein Ferienlager gehen zu lassen. Es erfordert großes Vertrauen, die Kinder in die fremden Hände der Betreuer zu geben. Am liebsten würden wir in jeder einzelnen Sekunde wissen, was die Kinder gerade machen und wie es ihnen geht. Allerdings sind sie in den Ferienaktivitäten auf sich alleine gestellt. Der große Schritt in die Selbstständigkeit fällt den einen Kindern schwerer als den anderen. Die schnell gefundenen Freunde trösten sich gegenseitig und auch die Betreuer haben immer ein Kuscheltier zur Hand. Dennoch ist das Gefühl nicht das Selbe wie die vertraute Umarmung der eigenen Eltern. Damit es gar nicht erst dazu kommt, dass Kinder Heimweh bekommen, haben wir einige Tipps und Tricks für Eltern zusammengestellt, um Kinder bestmöglich auf Ferienlager vorzubereiten. So werden Ferienaktivitäten genau das, was sie sein sollen, also eine Zeit voller Freude und Spaß, in der man Freundschaften schließt und neue aufregende Dinge ausprobiert.

Wasserschlachten lieben alle Kinder.
Bei Wasserschlachten wird gelacht und getobt.

Schritt für Schritt von der Tagesaktivität hin zum Ferienlager

Ferienlager sind die Königsdisziplin der Ferienfreizeiten. Kinder erleben ein oder zwei Wochen lang Abenteuer, ganz ohne die eigenen Eltern. Der große Schritt in die Selbstständigkeit fällt Kindern schwer, wenn sie einfach plötzlich ins kalte Wasser geworfen werden. Die Umstellung, dass die Kinder nicht rund um die Uhr von den Eltern versorgt werden, benötigt Zeit und mehrere Versuche, bei denen sie sich selbst jedes Mal ein Stückchen mehr zutrauen. So empfiehlt es sich, die Kinder durch Tages- und Wochenaktivitäten an die Situation heranzuführen, wodurch sie andere Kinder kennen lernen und ungewohnte Situationen besser meistern können. Der Tag wird mit viel Action und kreativen Ideen verbracht, während die Kinder nachts im gewohnten Bett zu Hause schlafen können. Schnell tritt der Lern- und Gewöhnungseffekt ein, wodurch die Kinder wissen, wie man sich in dem neuen Umfeld verhält und neue Freundschaften knüpft. Letztendlich wird die erste Fahrt ins Ferienlager zwar immer noch sehr aufregend werden, aber die Kinder sind gut vorbereitet und wissen, was auf sie zukommen wird. So wird sie die neue Situation nicht zu sehr beunruhigen und es wird weniger schnell Heimweh aufkommen. Somit steht einer spannenden und fröhlichen Zeit im Ferienlager nichts mehr im Wege.

Freunde unterstützen sich gegenseitig.
Gemeinsam in der Gruppe kommen keine Sorgen auf.

Häufige Kontaktversuche erinnern die Kinder an zu Hause

Die Kinder sind unser Ein und Alles und wir möchten wissen, wie es ihnen geht und was sie gerade machen. Doch ständiges Kontakthalten erinnert die Kinder an zu Hause. Umso mehr sie an die gewohnte Heimat erinnert werden, umso mehr werden sie sich auch danach sehnen. Ganz besonders wenn man danach fragt, ob sie ihr Zuhause vermissen. Das Phänomen nennt man in der Psychologie Projektive Fragen. Die Kinder werden auf solche Fragen eher Antworten, dass sie sich nach der Heimat und den Eltern sehnen und das Heimweh wird entfacht. Es gilt: Vertrauen Sie auf die erfahrenen Betreuer. Sie kümmern sich rund um die Uhr um die Kinder, verbringen eine gute Zeit mit ihnen und umsorgen sie. Sie wissen, wie man die Kinder ablenkt und tröstet. Auch wenn es schwer fällt, das eigene Kind für eine Woche loszulassen, vertrauen Sie auf ihr Kind und lassen Sie es den großen Schritt in die Selbstständig machen. Wenn Sie dennoch mit ihrem Kind telefonieren, raten wir Ihnen besonders ruhig zu bleiben und nur nach den positiven Erlebnissen zu fragen: Was macht besonders viel Spaß? Wer ist besonders nett? Erinnern Sie ihr Kind an all die guten und schönen Dinge, die im Ferienlager passieren.

Im Wald kommt kein Heimweh auf.
Die Kinder genießen die Natur und Spielen gemeinsam.

Die Option nach Hause zu kommen ist verlockend

Wir wollen den Kindern die Aufregung nehmen und versprechen ihnen häufig im vorhinein, dass sie nur anrufen brauchen und sofort abgeholt werden. Wir wollen Ihnen das Gefühl geben, dass wir immer für Sie da sind. Doch die eigentlich fürsorgliche und liebevoll gemeinte Option abgeholt zu werden, macht wiederum den Betreuern die Arbeit schwer und schränkt die Kinder in ihrem Denken ein. Die Kinder müssen sich umso mehr bemühen den Willen zu entwickeln das Heimweh auszuhalten, wenn die Option so nahe liegt, in die gewohnte Heimat zurückzukehren. Wenn Kinder im Notfall doch abgeholt werden, werden die anderen Kinder dies schnell bemerken wodurch eine Heimwehwelle ausbricht. Die Kinder möchten gleich behandelt werden und wollen dann auch bei dem kleinsten Anflug von Heimweh abgeholt werden. Bedenken Sie, dass jedes Kind irgendwann die Erfahrung machen wird, von den Eltern getrennt zu sein. Dabei kommt bekanntermaßen bei vielen Kindern Heimweh und Sehnsucht nach dem Zuhause auf. Sind die Kinder auf sich gestellt, werden sie beginnen an der Herausforderung zu wachsen und selbstständiger zu werden. Wir bitten Eltern daher, ihren Kindern nicht ausdrücklich zu sagen, dass sie abgeholt werden, wenn sie Sehnsucht haben nach Zuhause bekommen. Falls Kinder doch im Notfall abgeholt werden, sollte dies so unauffällig wie möglich geschehen. Informieren Sie hierbei ihr Kind erst kurz bevor es abgeholt wird, damit sich diese Nachricht nicht verbreitet.

Klären Sie ihr Kind über Heimweh auf

Wenn Kinder wissen, was Heimweh ist und worauf Sie sich einlassen und einstellen müssen, werden sie nicht von ihren Gefühlen überrascht und können leichter darauf reagieren. Häufig wird das Thema Heimweh verschwiegen, in der Hoffnung, dass es gar nicht erst aufkommt. Umso überrollter werden sich die Kinder dann fühlen. Daher gilt: Überlegen Sie selbst, was Ihnen als Kind bei Heimweh geholfen hat und geben Sie Ihre Geheimtipps an das Kind weiter. Manche Kinder müssen sich einfach einmal richtig ausweinen, andere lenken sich ab und dritte schreiben ihre Gefühle in Briefe oder Tagebücher. In Ferienlagern ist es typisch, dass Kinder ihr Kuschelkissen oder Lieblingskuscheltier dabei haben. Packen Sie also bei Bedarf einen Gegenstand in den Koffer, der beim Einschlafen hilft. Erklären Sie, dass das bedrückende Gefühl der Sehnsucht etwas ganz Normales ist, dass jeder leicht bekommen kann. Es ist ein Gefühl, dass durch das Reden mit Freunden und der Teilnahme an Aktivitäten wieder verschwindet. Legen Sie dem Kind auch ans Herz, dass es sich immer an die Betreuer wenden und diese um Rat fragen kann. Wichtig ist, dass Ihr Kind lernt, dass Heimweh ein Gefühl ist, dass wieder vergeht und sie nicht von der Teilnahme an einem Ferienlager abhalten muss.

Mit großer Vorfreude geht es los

Vorfreude bläst die Sorgen einfach weg. Vor dem Antritt der Reise wird die Aufregung langsam steigen. Die Kinder haben viele Fragen und vielleicht auch Sorgen, die vor der Fahrt aufkommen. Mehr zu diesem Thema, finden Sie in unserem Artikel: “Enttäuschung vermeiden! Gründe, warum mein Kind enttäuscht von einem Feriencamp wiederkommen kann”.Hier gilt: Sehen Sie sich gemeinsam das Programm und die Bilder über die Ferienaktivität an. Besprechen Sie den Tagesablauf und überlegen Sie gemeinsam, worauf sich ihr Kind freuen kann. Stärken sie das Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl, indem Sie beispielsweise gemeinsam Einkaufen gehen und lassen Sie das Kind aussuchen, was es braucht. Stimmen Sie sich beim Kofferpacken positiv auf die Reise ein. Wir haben eine Packliste extra für Kinder erstellt mit der sie auch ganz allein und Schritt für Schritt ihren Koffer packen können. Es gibt dem Kind die nötige Sicherheit zu wissen, was sich alles im Koffer befindet. Unterstützen Sie ihr Kind soweit, dass es sich optimal für die Ferienaktivität vorbereitet fühlt. So bleibt nur noch die Vorfreude und positive Aufregung zurück.

Grüne Nägel stärken die Gruppe.
Ein Kind hatte die Idee, alle Nägel grün zu lackieren und stärkte damit den Gruppenzusammenhalt.

Wir wünschen uns, dass Ferien zu dem werden, was sie sein sollen: Spiel und Spaß für die Kinder und Erholung für die Eltern. Natürlich soll es immer eine Ausnahme bleiben, dass Kinder in Ferienlagern Heimweh bekommen. Wir hoffen, dass unsere Tipps dabei helfen, dass sich die Kinder voll und ganz auf die spannenden Aktivitäten und die anderen Kinder konzentrieren können.

voiio wünscht Euch allen schöne Ferien.

 

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