Ein Einblick hinter die Kulissen der virtuellen Kurse von voiio. Kursleiterin Charly erzählt von ihren Erfahrungen als virtuelle Kursleiterin.
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Hinter den Kulissen der virtuellen Events – Die virtuelle Kursleitung von voiio

3. August 2020

von Elisabeth Uhlig

Wie war da gleich nochmal der Unterschied zwischen einem Motor und den motorischen Fähigkeiten? Was bedeutet Upcycling? Was sind Landeshauptstädte und wie sieht es in der Hauptstadt von Nigeria eigentlich aus? Welches ist das russische Wort für Kläffer? Und wie lauteten die berühmten ersten Worte von Neil Armstrong als er auf dem Mond landete?

Diesen und vielen weiteren Fragen gehen die Kinder nach, die an den virtuellen Kursen von voiio teilnehmen. Im Ferienkatalog von voiio sind bereits einige hundert Angebote zu finden, die alle eins gemeinsam haben: Sie verbinden Spaß, Interaktion und Lernen miteinander und sorgen so für eine abwechslungsreiche und qualitativ hochwertige Freizeitbeschäftigung der teilnehmenden Kinder. 

Unsere voiio-Kursleiterin Charly

Charly ist eine der virtuellen Kursleiterinnen bei voiio und verantwortlich für die Kurse bei denen sich alles um die Welt und das Weltall dreht. Außerdem gibt sie einen Online Beats-Kurs. Charly ist 25 Jahre alt, angehende Grundschullehrerin und leidenschaftliche Surferin. Im Interview mit mir erzählt sie von ihrer Arbeit als virtuelle Kursleiterin bei voiio.

Elisabeth: Charly, wie läuft ein virtueller Kurs eigentlich ab? 

Charly: “Circa zwanzig Minuten vor Beginn treffen wir uns im virtuellen Raum des Videkonferenztools. Dadurch haben wir genug Zeit die Technik zu testen, um spätere Schwierigkeiten zu vermeiden. Ein Kurs dauert dann etwa 1,5 Stunden. Am Anfang stelle ich mich und das Kursformat kurz vor. Dann gehen wir gemeinsam die Funktionen des Videkonferenztools und den Videochat-Knigge durch. Das sind Regeln über das richtige Verhalten während der virtuellen Kurse. Hilfreich ist es, wenn alle Kinder gleichzeitig mal “Hallo” sagen. Das führt meistens dazu, dass man niemanden mehr versteht und zeigt den Kindern sehr gut wie essenziell es ist, sich auf die sprechende Person zu konzentrieren. Gleich danach starten wir in eine kurze Vorstellungsrunde, die spielerisch schon mit dem Kursthema in Verbindung steht. Dann folgt eine Art theoretischer Teil und die Einführung in die Gruppen- oder Einzelarbeitsaufgabe, wobei ich häufig Google Earth oder im Online Beats Kurs ein kostenloses DJ-Programm hinzuziehe. Meistens schließe ich meine Kurse noch mit einem kleinen Spiel ab. Manchmal ist es ein Quiz oder ein anderes kurzes Spiel. Im Astronautenkurs haben wir mal Raumschiffe versenken gespielt.”

Elisabeth: Wie sehen solche Einzel- bzw. Gruppenaufgaben aus? 

Charly: “Die Kinder haben Zeit eine Aufgabenstellung zu bearbeiten, um sie schließlich den anderen zu präsentieren. Bei den Aufgaben begeben sich die Kinder im Kurs der digitalen Pfadfinder zum Beispiel auf die Suche nach Hauptstädten, Bergen, Inseln oder Ländern, die sie spannend oder anderweitig erwähnenswert finden und suchen Informationen über die genannten Orte. Im Schlagzeugkurs erstellen die Kinder ihre eigenen Mixtapes auf der Grundlage eines Schlagzeuggrooves. Um Gruppenarbeiten durchführen zu können, öffne ich neue Videokonferenzräume, in denen sich die Kinder treffen und beraten können.”

Elisabeth: Wie alt sind die Kinder, die teilnehmen? Und was kostet die Teilnahme an einem virtuellen Kurs? 

Charly: “Bei dem Alter kommt es ein wenig auf das Thema des Kurses an. Aber im Prinzip bietet voiio die virtuellen Kurse für Kinder im Alter von 4-14 Jahren an. Geschichten vorlesen und dazu malen ist dann eher ein Kurs für die jüngeren Kinder, während sich der Programmierkurs vor allem für die etwas älteren Kinder eignet. Im digitalen Katalog von voiio sind die ganzen Kursinformationen aufgeführt. Außerdem gibt es noch einen Stundenplan. Dort wird für jeweils zwei Wochen der Kursplan für die virtuellen Events und die Lernförderung veröffentlicht. Die Kurse von voiio sind für alle voiio-Mitglieder grundsätzlich kostenlos. Außerdem wird die Kursleitung vorher auf die virtuellen Kurse vorbereitet und von voiio geschult. Es ist ebenso wichtig, dass die Kursleitungen Erfahrungen im Umgang mit Kindern haben.”

Kreative Eindrücke aus dem virtuellen Vorlesekurs „Der Hase und der Holunderbär“

Elisabeth: Wie unterscheidet sich der virtuelle Kurs vom Unterrichten in der Schule? 

Charly: “Die virtuellen Kurse sind an sich kein Ersatz für den klassischen Schulunterricht. Sie sind mehr eine Ergänzung der Freizeitaktivitäten und praktischerweise kann man dabei auch etwas lernen. Der Fokus liegt aber vor allem auf Spaß und Interaktion. Außerdem setzen sich die Kinder automatisch mit Formen der Digitalisierung auseinander und das halte ich für sehr wichtig. Schließlich spielt dieses Thema eine zunehmend tragende Rolle in unserem Alltag. Gerade an der aktuellen Home-Office-Situation, die viele Sektoren seit Monaten betrifft, kann man erkennen, wie wichtig die Digitalisierung ist.”

Elisabeth: Was gefällt dir am besten an den Kursen? 

Charly: “Am meisten mag ich, wenn die Kinder anfangen ganz von selbst miteinander zu reden, sich gegenseitig anfeuern oder von ihren Erfahrungen berichten. Das passiert häufig bei einem Quiz, bei denen die Kinder in Teams gegeneinander antreten. Dann ähneln die Kurse nämlich am meisten einer nicht virtuellen Freizeitaktivität. Außerdem kommen auch Kinder, die sonst vielleicht eher zurückhaltender sind aus sich raus und erzählen viele spannende Sachen, was ich vor dem Hintergrund, dass sich die Kinder meistens gerade erst per Videokonferenz kennengelernt haben, sehr bemerkenswert und mutig finde.”

Elisabeth: Wie geht man als Kursleitung mit technischen Schwierigkeiten um? 

Charly: “Das ist eine gute Frage und klar, das kann immer mal vorkommen. Manchmal streikt eben die Internetverbindung. Vor allem, wenn jemand im gleichen WLAN vielleicht noch Filme streamt oder eine Videokonferenz hat und die Verbindung nicht so belastbar ist. Häufig hilft es dann sich neu einzuwählen. Außerdem gibt es von voiio im Vorhinein auch eine Anleitung, um die technischen Probleme auf ein Minimum zu reduzieren. Die technischen Probleme, die uns als Erwachsene vielleicht schneller verzweifeln lassen, stören die Kinder nicht sonderlich. Als Kursleitungen sind wir angehalten unsere Internetverbindung ständig zu prüfen, um bestmöglich betreuen zu können. Häufig erklären sich die Kinder sogar gegenseitig, was man bei bestimmten technischen Problemen machen kann. Das sind dann meistens die Kurs-erprobten Kinder, da viele immer wieder an den Kursen teilnehmen.”

Elisabeth: Wenn du sagst, dass viele Kinder immer wieder an den Kursen teilnehmen, besuchen sie dann den gleichen Kurs oder wie funktioniert das? Kommt da nicht Langeweile auf? 

Charly: “Nein, die Kurse sind so konzipiert, dass Kinder häufiger teilnehmen können. Inhaltlich wird immer wieder etwas anderes bearbeitet – schließlich ist die Erde groß und das Weltall noch viel größer! Auch bei dem Online Beats Kurs können immer wieder neue Mixtapes konzipiert werden und die Kinder lernen die Programme immer besser kennen. Gerade in diesem Kurs merke ich, dass die Kinder Fortschritte machen. Bei meinen KollegInnen zum Beispiel im “Fit wie die Profis”-Kurs werden neue Sportarten behandelt, im Tanzkurs neue Tänze einstudiert und im Upcycling-Kurs weitere Upcycling-Projekte in Angriff genommen. Vor kurzem kam zum Beispiel ein Junge in meinen Kurs, der vorher den Upcycling-Kurs besucht hatte, und zeigte mir stolz eine kleine Toilette von Lego, die er zum Geheimfach umfunktioniert hatte, da er schon lange nicht mehr mit seinem Lego gespielt hatte. Viele Kinder kenne ich auch schon ein bisschen und ich freue mich immer, wenn sie wieder in einem unserer Kurse sind.”

Elisabeth: Was passiert mit den Kursen, wenn die Schule wieder losgeht? 

Charly: “Die Kurse werden erstmal fortgeführt und bald sind ja auch schon wieder Sommerferien. Durch die Corona-Beschränkungen gehen die meisten Kinder auch noch nicht wieder jeden Tag zur Schule. Das heißt, sie sind immer noch viel zu Hause und es bleibt jede Menge Zeit an den Kursen teilzunehmen und ein wenig Abwechslung von den täglichen Hausaufgaben zu bekommen. Ebenso haben viele Vereine noch nicht wieder geöffnet, sodass die regulären Freizeitaktivitäten auch noch nicht wieder aufgenommen werden können. voiio bietet mit den Kursen genau die Alternative, die jetzt besonders nötig ist.”

Kunstwerke aus dem virtuellen Vorlesekurs zur Geschichte „Daniel der Delfin“

Elisabeth: Gab es etwas Lustiges, was in einem deiner virtuellen Kurse passiert ist? 

Charly: “Die Kurse sind meistens sehr lustig und es wird viel gelacht. Das ist auch einer der Gründe, warum ich sie so gerne halte. In meinem letzten Kurs waren zwei Kinder, die sich eigentlich noch nicht kannten. Allerdings haben sich die Mütter, die beim Einstellen der Technik am Anfang da waren zufällig erkannt, da sie in der gleichen Abteilung eines Partnerunternehmens von voiio arbeiten. Die beiden Kinder haben sich außerdem so gut verstanden, dass sie sich schließlich zum Spielen verabredet haben. Eine schöne Sache ist auch, wenn Kinder manchmal nach Ende der Kurse länger im Konferenztool bleiben und sich einfach weiter unterhalten. Und ich liebe die direkten Antworten der Kinder auf alle Fragen. Da die Partnerunternehmen von voiio über ganz Deutschland verteilt sind, kommen auch die Kinder aus den unterschiedlichsten Städten. Wenn man aber einfach fragt “Wo bist du gerade?” kommt als Antwort meistens direkt “Na, in meinem Zimmer!”.

Elisabeth: Das klingt wirklich sehr spaßig und aufregend! So wie du berichtest, würde ich gerne auch mal teilnehmen, aber ich befürchte ich bin schon ein wenig zu alt. Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei deinen weiteren virtuellen Kursen! 

 

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